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EHI-Studie Inventurdifferenzen 2026: Ladendiebstahl bleibt zentrale Herausforderung für den Handel

Die aktuelle EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2026“ zeigt erneut, wie groß die wirtschaftliche Bedeutung von Warenverlusten im deutschen Einzelhandel ist. Für das Detektiv- und Ermittlungsgewerbe sind die Ergebnisse besonders relevant, da sie deutlich machen, dass professionelle Prävention, qualifizierte Detekteieinsätze, Datenanalyse und rechtssichere Ermittlungsarbeit weiter an Bedeutung gewinnen.

Nach den Ergebnissen der Studie sind die Inventurdifferenzen im deutschen Einzelhandel im Jahr 2025 erneut gestiegen. Hochgerechnet auf den stationären Einzelhandel belaufen sich die Inventurverluste auf rund 5,11 Milliarden Euro. Davon entfallen rund 4,33 Milliarden Euro auf Diebstahl durch Kundschaft, Beschäftigte, Lieferanten und Servicekräfte. Allein durch Ladendiebstähle von Kundinnen und Kunden entstehen dem Handel Verluste von rund 3,05 Milliarden Euro.

Bemerkenswert ist dabei die Diskrepanz zwischen den polizeilich erfassten Fällen und der tatsächlichen Schadenslage. Zwar weist die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 einen Rückgang der angezeigten Ladendiebstähle aus. Die EHI-Studie macht jedoch deutlich, dass diese Zahlen nur einen sehr kleinen Ausschnitt der Realität abbilden. Weniger als zwei Prozent aller Ladendiebstähle werden nach Einschätzung des EHI überhaupt erkannt und angezeigt. Das Dunkelfeld liegt damit bei über 98 Prozent.

Für den Handel bedeutet dies: Die tatsächliche Bedrohungslage lässt sich nicht allein aus Strafanzeigen ableiten. Inventurdaten, Standortanalysen, Erkenntnisse aus der Warenwirtschaft, Kassendaten, Beobachtungen des Verkaufspersonals und professionelle Ermittlungsansätze müssen zusammengeführt werden, um Risiken realistisch einschätzen und wirksame Maßnahmen ableiten zu können.

Besonders herausfordernd bleibt der organisierte und gewerbsmäßige Ladendiebstahl. Die Studie beschreibt Tätergruppen, die arbeitsteilig vorgehen, Verkaufspersonal beobachten, ablenken oder abschirmen, Diebesgut gezielt zusammenstellen und Fluchtwege sichern. Nach Einschätzung des EHI gehen rund 30 Prozent der Schäden durch Ladendiebstahl auf organisierte Tätergruppen zurück. Hochgerechnet entspricht dies einem Warenwert von etwa 1,02 Milliarden Euro.

Auch für BUDEG-Mitglieder ist diese Entwicklung von hoher praktischer Bedeutung. Die Bekämpfung organisierter Ladendiebstähle erfordert Erfahrung, strukturierte Beobachtung, beweissichere Dokumentation, Kenntnisse typischer Täterstrukturen und eine enge Abstimmung mit Auftraggebern, Sicherheitspersonal und gegebenenfalls Strafverfolgungsbehörden. Gerade hier zeigt sich der Unterschied zwischen bloßer Präsenz und qualifizierter Ermittlungsarbeit.

Die Studie bestätigt zudem, dass der Handel seine Sicherheitsmaßnahmen weiter ausbaut. Im Durchschnitt geben Handelsunternehmen rund 0,33 Prozent ihres Umsatzes für Sicherheitsmaßnahmen aus. Dazu zählen unter anderem Warensicherung, Kameraüberwachung, Detekteieinsätze, Testkäufe, Schulungen, diebstahlhemmende Verkaufsträger und Software-Analysetools. Insgesamt investiert der Einzelhandel jährlich rund 1,7 Milliarden Euro in Maßnahmen zur Reduzierung von Inventurdifferenzen. Berücksichtigt man zusätzliche interne Aufwände wie Bestandskontrollen, Schulungen, Datenanalysen, Kameraauswertung und Diebstahlanzeigen, entstehen dem Handel Gesamtkosten von rund 3,3 Milliarden Euro pro Jahr.

Bei den aktuell wichtigsten Projekten zur Reduzierung von Inventurdifferenzen stehen Personalschulungen an erster Stelle. Es folgen Kamera- und Videoeinsatz, Warensicherungssysteme, organisatorische Verbesserungen und Kontrollen, Datenanalysen sowie Detektei-, Security- und Doormen-Einsätze. Damit zeigt sich: Die wirksame Reduzierung von Inventurdifferenzen ist keine Einzelmaßnahme, sondern ein Zusammenspiel aus Technik, Personal, Organisation und professioneller Ermittlungsarbeit.

Auch Self-Checkout-Systeme rücken stärker in den Fokus. Nach den Ergebnissen der Studie berichten Unternehmen mit Self-Checkout teilweise von höheren Inventurdifferenzen. Als Gründe kommen sowohl bewusste Manipulationen als auch Bedienungsfehler der Kundschaft in Betracht. Entscheidend ist daher, dass neue Verkaufstechnologien nicht nur unter Effizienzgesichtspunkten eingeführt werden, sondern von Beginn an durch geeignete Kontroll-, Analyse- und Interventionskonzepte begleitet werden.

Für BUDEG-Mitglieder ergeben sich aus der Studie mehrere klare Schlussfolgerungen:

Professionelle Ermittlungsdienstleister bleiben für den Handel ein wichtiger Bestandteil wirksamer Verlustprävention. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität, Dokumentation und rechtliche Compliance. Moderne Handelskriminalität lässt sich nicht allein durch sichtbare Präsenz verhindern. Gefragt sind kombinierte Konzepte aus Prävention, Beobachtung, Datenanalyse, beweissicherer Dokumentation, Schulung und gezielter Intervention.

Die EHI-Studie unterstreicht damit die Bedeutung qualifizierter Detektei- und Sicherheitsdienstleistungen im Einzelhandel. Gerade angesichts hoher Dunkelziffern, organisierter Tätergruppen, wachsender technischer Systeme und zunehmender Anforderungen an Datenschutz und Verwertbarkeit von Erkenntnissen ist fachliche Kompetenz entscheidend. Für die Mitglieder des BUDEG bietet die Entwicklung zugleich eine klare Chance: Wer professionell, rechtssicher und nachvollziehbar arbeitet, kann einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Inventurdifferenzen und zur Stärkung der Sicherheit im Handel leisten.

Die EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2026“ zeigt: Ladendiebstahl, organisierte Tätergruppen und hohe Dunkelziffern bleiben zentrale Herausforderungen für den Einzelhandel.

RÜCKBLICK: INTERNATIONALER AUSTAUSCH
IN SORRENTO

BUDEG beim IKD Annual General Meeting vertreten

BUDEG-Delegierter Paddy Beiner berichtet von der FEDERPOL-Jahrestagung und dem IKD-AGM in Italien

Am Pfingstwochenende nahm Paddy Beiner als Vertreter des BUDEG an der 69. Jahrestagung des italienischen Ermittlerverbandes FEDERPOL sowie am Annual General Meeting der IKD in Sorrento teil. Die Tagung bot einmal mehr eine wertvolle Gelegenheit zum internationalen Austausch innerhalb der Ermittlungsbranche.

Sorrento, eindrucksvoll auf den Klippen über dem Golf von Neapel gelegen, bildete den besonderen Rahmen für die Veranstaltung. Mehr als 200 Ermittlerinnen und Ermittler aus verschiedenen Ländern waren angereist. Gastgeber FEDERPOL präsentierte sich dabei erneut hervorragend organisiert und sorgte für ein professionelles wie zugleich sehr persönliches Tagungsumfeld.

Veranstaltungsort war das Hilton Sorrento Palace. Die weitläufige Anlage mit Blick auf das Meer bot ideale Bedingungen für die formellen Sitzungen, aber auch für die persönlichen Gespräche, die bei internationalen Verbandstreffen einen besonderen Wert haben. Neben dem fachlichen Programm kam auch der kollegiale Austausch nicht zu kurz. So gehörte ein gemeinsames Mittagessen in einem schattigen Zitronenhain ebenso zum Programm wie ein festliches Gala-Dinner in besonderer Kulisse: dem L’Affresco, dem grottenartigen Hallenbad des Hotels mit Marmorsäulen, Fresken, hängenden Gärten und Wasserfällen.

Am zweiten Veranstaltungstag fand die Mitgliederversammlung der IKD statt. Delegierte zahlreicher Ermittlerverbände aus aller Welt waren vertreten. Im Rahmen der Versammlung wurde die Detective Association of Finland (DAF) als neues Mitglied in die IKD aufgenommen.

Ein besonderer Moment war die Ehrung von Tony Imossi und George Hirtl, die für ihre 21-jährige Tätigkeit für die IKD ausgezeichnet wurden. Beide haben über viele Jahre hinweg einen bemerkenswerten Beitrag zur internationalen Verbandsarbeit geleistet.

Auch organisatorisch gab es wichtige Entwicklungen: Der neue IKD-Generalsekretär Mike LaCorte hat den Webauftritt der IKD professionell überarbeiten lassen und zugleich interne Abläufe sowie die Verwaltung modernisiert. Diese Weiterentwicklungen machen sich bereits positiv bemerkbar und stärken die internationale Verbandsarbeit.

Künftig wird Paddy Beiner gemeinsam mit der slowenischen IKD-Delegierten Tina Kramberger Presse- und Medienreferenzen mit Bezug zum Berufsfeld sammeln. Dabei geht es insbesondere um regulatorische Entwicklungen, veröffentlichte Urteile und nationale Themen, die Auswirkungen auf die Ermittlungspraxis haben können.

BUDEG-Mitglieder sind herzlich eingeladen, entsprechende Hinweise, Artikel oder Veröffentlichungen weiterzugeben. So kann der internationale Informationsaustausch innerhalb der IKD weiter gestärkt und für die berufliche Praxis nutzbar gemacht werden.

Im Anschluss an das IKD-Treffen blieb noch Gelegenheit zu einem Besuch der Ruinen von Pompeji. Insgesamt war die Veranstaltung in Sorrento ein gelungenes Beispiel dafür, wie wichtig der persönliche Austausch, die internationale Vernetzung und die gemeinsame berufspolitische Arbeit für die Ermittlungsbranche sind.

AUSBLICK
D-A-CH Ermittlerforum 2026

Die nächste BUDEG-Veranstaltung findet im Rahmen des 1. D-A-CH Ermittlerforums statt – gemeinsam mit unseren Partnerverbänden aus Österreich (ÖDV) und der Schweiz (FSPD, SFPP)

📍 Ort: Seehotel am Kaiserstrand, Lochau (Österreich)
📆 Termin: 17.–19. September 2026

Die Veranstaltung bietet eine ideale Plattform für den grenzüberschreitenden fachlichen Austausch, neue Impulse und die weitere Stärkung unseres Netzwerks im deutschsprachigen Raum. Zimmerkontingente im Veranstaltungshotel können ab sofort unter dem Stichwort „DACH-Forum“ direkt abgerufen werden:

📧 info@kaiserstrand.at  🌐 Seehotel am Kaiserstrand

Als erster hochkarätiger Referent hat Dr. Franz Wulz, MBA (CAMPUS Security & Training Group GmbH) seine Teilnahme bereits bestätigt.
Das weitere Fachprogramm befindet sich derzeit in Planung und wird in Kürze bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf eine hochkarätige Veranstaltung und einen intensiven internationalen Austausch.

BUDEG ernennt neuen IKD-Delegierten

Im Rahmen der Jahreshaupt-versammlung des BUDEG am 18. April 2026 in Bremen wurde Patrick Beiner offiziell zum IKD-Delegierten des Verbandes ernannt. Paddy Beiner ist Geschäftsführer von Bearstone Global in Berlin und verfügt über umfassende Erfahrung in den Bereichen internationale Ermittlungen, OSINT-Recherchen und Corporate Intelligence. Mit der Ernennung setzt der BUDEG die erfolgreiche internationale Verbandsarbeit innerhalb der IKD – Internationale Kommission der Detektivverbände konsequent fort und fördert zugleich den weiteren Ausbau des grenzüberschreitenden fachlichen Austauschs.

Gerade vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Sachverhalte, digitaler Ermittlungen und global vernetzter Wirtschaftskriminalität gewinnt die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene weiter an Bedeutung. Ein besonderer Dank gilt Lothar Müller, der die Funktion des IKD-Delegierten zuletzt interimsmäßig übernommen und den Verband in dieser Zeit engagiert vertreten hat. Der Vorstand gratuliert Patrick (Paddy) Beiner herzlich zur Ernennung und freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit im internationalen Verbandsumfeld.


BUDEG Tagung 2026 in Bremen: Fachwissen, Austausch und ein starkes Netzwerk

Zwei Tage voller Impulse, Diskussionen und persönlicher Begegnungen:

BUDEG Fachfortbildung 2026
Freitag, 17. April

Praxisleitlinien
für Detektive:

Die BUDEG Fachtagung am 17. April 2026 und die anschließende Jahreshauptversammlung am 18. April in Bremen waren ein voller Erfolg.

Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen in der Ermittlungsbranche zu informieren und auszutauschen.



Praxisnahe Vorträge mit hoher Relevanz

Im Mittelpunkt der Tagung standen aktuelle Themen aus Recht, Praxis und investigativer Arbeit.

Die Bandbreite reichte von:

  • aktueller Rechtsprechung für Detektive
  • praxisnahen Analysen realer Betrugsfälle
  • rechtlichen Fragestellungen rund um Verbraucheraufträge
  • bis hin zu Einblicken in investigative Rechercheprozesse

Ein besonderes Highlight war der Vortrag von Sara Wess (SPIEGEL Investigativ-Team), der eindrucksvoll zeigte, wie aus ersten Hinweisen fundierte Recherchen entstehen.

Intensiver Austausch und wertvolles Networking

Neben den Fachvorträgen war es vor allem der persönliche Austausch, der die Veranstaltung geprägt hat.

Ob in den Pausen, beim gemeinsamen Abendessen oder in spontanen Gesprächen:
Die Tagung bot zahlreiche Möglichkeiten, Erfahrungen zu teilen, Kontakte zu vertiefen und neue Perspektiven zu gewinnen.

Genau dieser kollegiale Dialog ist ein zentraler Bestandteil der BUDEG-Veranstaltungen.

Jahreshauptversammlung mit wichtigen Entscheidungen

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 18. April 2026 wurden zentrale personelle Weichen gestellt.

  • Engin Akbag (Kassel) wurde als Präsident bestätigt
  • Christian Kölle (Hannover) wurde als zweiter Vizepräsident bestätigt
  • Raoul Classen (Hamburg) wurde neu zum ersten Vizepräsidenten gewählt

Er folgt auf Friedhelm Oswald (Stuttgart), der nicht erneut zur Wahl antrat. Der Verband dankt ihm herzlich für sein langjähriges Engagement.

Ein starkes Signal für die Branche

Die BUDEG Tagung 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Austausch, Weiterbildung und Vernetzung für die Branche sind.

Mit aktuellen Themen, hoher fachlicher Qualität und einer offenen, kollegialen Atmosphäre bietet der Verband eine Plattform, die den Anforderungen der modernen Ermittlungsarbeit gerecht wird.

Ausblick

Auch in Zukunft wird der BUDEG den Fokus auf praxisnahe Weiterbildung und den Austausch innerhalb der Branche legen.

👉 Die nächste Veranstaltung ist bereits in Planung.


E. Sachse Memorial Award 2026

BUDEG verleiht Werner E. Sachse Memorial Award 2026 an Tony Imossi

Im Rahmen des festlichen ABI Awards Banquets am 18. April 2026 wurde der diesjährige Werner E. Sachse Memorial Award des Bundesverbandes des Detektiv- und Ermittlungsgewerbes (BUDEG) an Tony Imossi verliehen.



Die Preisverleihung fand vor internationalem Publikum statt und bildete einen besonderen Höhepunkt der Veranstaltung. Stellvertretend für den BUDEG-Präsidenten Engin Akbag, der aufgrund einer parallel stattfindenden Konferenz in Bremen nicht persönlich anwesend sein konnte, wurde die Auszeichnung durch Andreas Heim überreicht.

Würdigung einer herausragenden Persönlichkeit

Mit dem Werner E. Sachse Memorial Award ehrt der BUDEG Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Entwicklung und Professionalisierung des Detektiv- und Ermittlungsgewerbes verdient gemacht haben.

Tony Imossi erfüllt diese Kriterien in herausragender Weise. Über viele Jahre hinweg hat er mit Ideenreichtum, Engagement und internationaler Vernetzung dazu beigetragen, die Branche auf ein höheres professionelles Niveau zu heben.

Besonders hervorzuheben ist sein Wirken über einzelne Organisationen hinaus: Neben seiner Tätigkeit innerhalb der ABI hat er seine Expertise auch in internationale Gremien eingebracht und damit die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Verbänden nachhaltig gestärkt.

Erinnerung an Werner E. Sachse

Der Preis trägt den Namen von Werner E. Sachse, einer Persönlichkeit, die für Integrität, Fachkompetenz und internationale Verbundenheit in der Branche stand. Als ehemaliger Präsident der W.A.D., Ehrenmitglied mehrerer internationaler Organisationen sowie Delegierter bei der IKD prägte er das Detektivwesen über viele Jahre hinweg maßgeblich.

Der Award steht somit für Werte, die auch Tony Imossi in seinem Wirken verkörpert.

Ein Zeichen internationaler Verbundenheit

Die Verleihung des Preises unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen dem BUDEG und internationalen Partnerorganisationen wie der ABI. Sie zeigt zugleich, wie wichtig persönliches Engagement und grenzüberschreitende Kooperation für die Zukunft der Branche sind.

Der BUDEG gratuliert Tony Imossi herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und dankt ihm für seinen langjährigen Einsatz für das Detektiv- und Ermittlungsgewerbe.


BUDEG Hauptversammlung 2026
Samstag, 18. April

Leitlinien und ethische Grundsätze

Der Bundesverband des Detektiv- und Ermittlungsgewerbes e.V. (BUDEG) ist der Internationalen Kommission der Detektiv-Verbände ( IKD ) angeschlossen.

Er folgt somit den Empfehlungen und Maximen des IKD „ Code of Ethics “, der die ethischen, fairen, beruflichen und rechtlichen Verhaltensregeln beschreibt, nach denen gewerblich tätige private Ermittler / Detektive handeln sollten.


Themenschwerpunkte:

„Aktuelle Rechtsprechung und Praxisleitlinien für Detektive: Ermittlungen, Beobachtung und Beweisverwertbarkeit“

„Betrugsfälle und was wir daraus lernen können – inkl. Fallbeispiele“

„Investigativ Recherche – Vom ersten Hinweis über die Untersuchung bis hin zur Enthüllung“

„Verbraucheraufträge und Widerrufsrecht bei Ermittlungen in der Praxis“


IKD JAHRESTREFFEN 2025

Neuer Vorstand

Am 25. Oktober fand in Bukarest das jährliche Treffen der Internationalen Kommission der Detektivverbände (IKD) statt. Delegierte aus 14 Mitgliedsverbänden tauschten sich über die Weiterentwicklung gemeinsamer Berufs- und Ethikstandards aus und berichteten über aktuelle Herausforderungen in ihren Ländern.


Auch die Harmonisierung professioneller Mindeststandards bleibt ein zentrales IKD-Arbeitsfeld. Beim Thema Datenschutz wurde der von der britischen Aufsichtsbehörde anerkannte GDPR Code of Conduct des ABI vorgestellt – eine Orientierungshilfe für alle Mitgliedsverbände. BUDEG war mit unserem IKD-Delegierten Lothar Müller vertreten, welcher aktiv die deutsche Perspektive in die Diskussionen einbrachte.

Die Wahl des neuen Vorstands ergab:

• Mike LaCorte (WAD) – neuer Secretary General
• Alexander Auslander – neuer Vice Secretary General
• Tony Imossi – neuer Treasurer

Wir gratulieren Mike La Corte herzlich zur Wahl und wünschen ihm viel Erfolg, Kraft und eine glückliche Hand für die bevorstehenden Herausforderungen. Wir freuen uns auf eine vertrauensvolle, konstruktive Zusammenarbeit im Sinne unserer Branche.

Gleichzeitig möchten wir unsere große Wertschätzung gegenüber Tony Imossi ausdrücken: Sein unermüdlicher Einsatz, seine Professionalität und sein verlässliches Engagement haben das internationale Miteinander unserer Branche nachhaltig gestärkt und geprägt. Für diese Verdienste sprechen wir ihm unseren aufrichtigen Dank aus.

Um den „Code of Ethics & Professional Standards“ zu aktualisieren, wurde ein neues Komitee eingesetzt – u. a. mit Lothar Müller. Ebenfalls beschlossen wurde die Aufnahme des SFPP (Schweizerische Fachverband für Privatermittler und ehemalige Polizeibeamte) und die Florida Association of Private Detectives (USA) in die IKD sowie die Ausrichtung der nächsten Jahresversammlung im April 2026 in Sorrent/Italien.


BUDEG KLÄRT AUF

Verbraucheraufträge & Widerrufsrecht

In jüngster Zeit haben Mitglieder des BUDEG mehrfach Hinweise zu Problemen mit Privatkunden erhalten, die sich nach Auftragserteilung auf das Fernabsatzrecht (§§ 312c ff. BGB) berufen und vereinbarte Zahlungen zurückgefordert haben. Der BUDEG hat das Thema rechtlich prüfen lassen – mit nachfolgendem Ergebnis:


Wenn Sie möchten, dass Ihre Leistung sofort beginnt, benötigen Sie eine ausdrückliche schriftliche Zustimmung des Kunden (Beauftragung der Dienstleistung vor Ablauf der gesetzlichen Widerrufsfrist = Verbandsmitglieder können ein Musterschreiben von uns erhalten).

Nach Art. 246 a / § 4 II EGBGB beginnt die Frist zum Widerruf nicht, bevor der Verbraucher die Widerrufsbelehrung in Textform erhalten halt. Die digitale Belehrung setzt die vorherige Zustimmung des Verbrauchers voraus, wenn ein Vertrag außerhalb von Geschäftsräumen des Unternehmers geschlossen wird.

WICHTIG: Dies betrifft nur die Frist zum Widerruf, nicht die Belehrung selbst. Wichtig ist es, für einen Nachweis des Erhaltes des Widerrufformulars zu sorgen.

Die Erklärung über den Beginn der Dienstleistung während der Widerrufsfrist ist problematisch, weil es auch Teilleistungen gibt.

WICHTIG: Wenn der Ermittler unsicher ist, ob die Belehrung über den Widerruf fehlerhaft war, im Zweifel mit der Rechnung für 1 Jahr und 14 Tage ab Auftragserteilung warten, danach erlischt das Widerrufsrecht.


Bildnachweis: pixabay


 Was gilt für Detekteien?
Rechtlich unterliegt jeder Abschluss eines Dienstvertrages mit einer Privatperson dem Fernabsatzgesetz, ob digital oder persönlich abgeschlossen, ob im Büro oder außerhalb. Solche Verträge unterliegen zwingend dem Widerrufsrecht nach § 355 BGB, wenn es sich beim Auftraggeber um einen Verbraucher (Privatperson) handelt.

BUDEG-Tipp

Verwenden Sie bei der Beauftragung durch Privatpersonen ab sofort eine aktualisierte und rechtskonforme Widerrufsbelehrung sowie ein optionales Formular zum Verzicht auf das Widerrufsrecht. BUDEG Mitglieder können eine Mustervorlage beim Verband kostenlos erhalten.

Zudem empfiehlt sich, im Zweifel Rechtsrat einzuholen oder unseren erfahrenen Verbandssyndikus Rechtsanwalt Dr. Gerhard Grüner (www.ragruener.de) zu befragen, der über ausgezeichnete Expertisen verfügt.

BUDEG INFORMIERT

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat eindringlich auf neue Bedrohungslagen hingewiesen, die auch für Sicherheits- und Ermittlungsdienst-leister von Bedeutung sein können.

Hintergrund: Der eskalierte Nahost-Konflikt – insbesondere zwischen Israel und Iran – zeigt zunehmend sicherheitsrelevante Auswirkungen auch in Deutschland. Laut BfV ist die Gefährdungslage insbesondere für folgende Gruppen und Einrichtungen erhöht: (Pro-)israelische und (pro-)jüdische Ziele, US-amerikanische Einrichtungen oder Unternehmen mit Bezug zu US-Behörden, Iranische Oppositionelle im Ausland, Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie KRITIS-Unternehmen (kritische Infrastrukturen).

Relevanz für BUDEG-Mitglieder:
Für Detekteien, Sicherheitsdienste und Wirtschaftsermittler ergeben sich daraus konkrete Risiken und neue Sensibilitätserfordernisse, z. B.:

  • Ausspähversuche durch ausländische Nachrichtendienste. Besonders gefährdet: Beschäftigte mit Iran-Bezug (z. B. doppelte Staatsangehörigkeit).
  • Zunahme digitaler Angriffe & Spionage. Besonders im Visier: sensible Betriebsabläufe, exponierte Mitarbeiter/innen, IP-Daten, Recherchesysteme.
  • Verstärkte Beschaffungsversuche von „Dual-Use“-Gütern, z. B. durch Scheinfirmen mit libanesischem Hintergrund, auffällige Großbestellungen.
  • Brandanschläge mit politischer Motivation. Aktuell u. a. gegen Firmenfahrzeuge und Standorte mit vermuteter „militärischer Kooperation“.
  • Gezielte Rufschädigung und Desinformation in sozialen Medien


Handlungsempfehlungen des BfV für Sicherheitsverantwortliche:

  • Interne Meldewege etablieren für Ausspäh- oder Anbahnungsversuche.
  • Beschäftigte sensibilisieren (z. B. bei Social-Media-Nutzung und Reisen).
  • Penetrationstests & IT-Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig prüfen und nachbessern.
  • Veröffentlichungen und externe Kommunikation nach „Need-to-know“-Prinzip steuern.


Handlungsempfehlungen des BfV für Ermittlungsunternehmen:

  • Verdachtsfälle bei Dual-Use-Güteranfragen oder ungewöhnlichen Auftraggebern dokumentieren.
  • Auf verdächtige Kontaktaufnahmen durch unbekannte Personen achten.
  • Bei Reisen in den Iran äußerste Vorsicht, insbesondere bei doppelter Staatsbürgerschaft.


BUDEG-Hinweis
BUDEG-Mitglieder, die mit sicherheitskritischen Auftraggebern arbeiten oder selbst KRITIS-nahe Dienstleistungen erbringen, sollten diesen Hinweis des BfV ernst nehmen und intern entsprechend kommunizieren.

Fotonachweis: pixabay

Preisverleihung 2025
ZUM ERSTEN MAL

BUDEG verleiht „Werner E. Sachse Gedächtnis Preis“

Im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung des Bundesverbands des Detektiv- und Ermittlungsgewerbes e. V. (BUDEG) wurde zum ersten Mal der neu geschaffene Werner E. Sachse Gedächtnis Preis verliehen.

Mit dieser Auszeichnung würdigt der Verband künftig jährlich eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um das Detektivwesen verdient gemacht hat.

Der Preis trägt den Namen des renommierten Detektivs Werner E. Sachse, der 1963 die gleichnamige Detektei gründete und über Jahrzehnte hinweg eine prägende Figur im Berufsstand war – national wie international. Erster Preisträger des Werner E. Sachse Gedächtnis Preises ist Andreas Heim.

Mit seiner langjährigen beruflichen Erfahrung, seiner internationalen Vernetzung und seinem kontinuierlichen Engagement für Qualität und Ethik im Beruf hat er Maßstäbe gesetzt. Erst kürzlich wurde Andreas Heim von der britischen Association of British Investigators (ABI) mit dem Richard Jacques Turner Award for Excellence ausgezeichnet – ein Beweis für seine hohe Anerkennung über die Landesgrenzen hinaus.

Andreas Heim verkörpert die Werte, für die Werner Sachse stand: Integrität, Exzellenz und eine tiefe Verbundenheit mit dem Berufsstand. In einem Umfeld, in dem der Detektivberuf in Deutschland noch immer um seine offizielle Anerkennung kämpft, setzt sein Wirken ein starkes Zeichen“, so der BUDEG-Präsident bei der Verleihung.

Mit dem Werner E. Sachse Gedächtnis Preis ehrt der BUDEG Persönlichkeiten, die das Berufsbild aktiv voranbringen – und sich um das Detektivwesen im Sinne von Werner Sachse verdient machen.

                 Bildnachweis: BUDEG e.V.


Zusammenwirken Privater und staatliche Ermittler
Nachlese
BUDEG FACHSEMINAR 2025

Möglichkeiten, Anforderungskriterien und Grenzen des Zusammenwirkens privater und staatlicher Ermittler.

Oberstaatsanwalt Dr. Marc Sotelsek (Referatsleiter beim Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen) zeigte Chancen und Risiken von Kooperationen auf und setzt Akzente, inwieweit private Ermittler mit ihrer rechtshelfenden Tätigkeit in höchstpersönlicher Verantwortung stehen und gefordert sind, Ermittlungen nach kriminalistischen Grundsätzen zu führen, Informationen gewissenhaft zu dokumentieren und Beweismittel rechtsverwertbar zu sichern.

Presse
Nachlese
BUDEG FACHSEMINAR 2025

Medienpräsenz und Akzeptanz: Ermittlungsleistung und Kompetenz privater Ermittler bei potentiellen Auftraggebern.

Rechtsanwältin Renate Schmid (Medienrechtskanzlei WBS-LEGAL in Köln) ging auf den schwierigen Spagat für private Ermittler ein, ihre eigene Leistungsfähigkeit und Kompetenzen professionell zu vermarkten, ohne in wettbewerbsrechtliche Risiken zu geraten. Die erarbeiteten Ermittlungserkenntnisse, Informationen und gesicherten Beweismittel vor der Weitergabe und Verwertung gewissenhaft auf Rechtskonformität zu verifizieren, sollte höchste Priorität genießen.

Bildnachweis: pixabay

Nachlese
BUDEG FACHSEMINAR 2025

Herausforderung:

Internationale Erben- und Nachlass-Ermittlung

Juristin Maja Veith (Erede Universal, Hamburg) verdeutlichte bezogen auf die Erben- und Nachlassermittlung, wie vielfältig und rechtlich komplex die Aufgaben und fachlichen Anforderungskriterien an private Ermittler auf internationaler Ebene sind. Anhand von Ermittlungsbeispielen wurde deutlich, dass diese speziellen Ermittlungen nicht immer einfach und schnell zu erledigen sind, insbesondere, wenn Urkunden und Dokumente unvollständig sind.

Bildnachweis: pixabay

Nachlese
BUDEG FACHSEMINAR 2025

Praxisorientierte Lösungsansätze: Bei Ermittlungen Risiken minimieren und Fehler vermeiden.

Die fachliche Qualifizierung privater Ermittler ist seit mehr als 30 Jahren Aufgabe der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe ( ZAD GmbH, Berlin). Bei der diesjährigen berufsbegleitenden Fortbildung des BUDEG stand im Themenmittelpunkt die Veränderungen in der modernen Gesellschaft, die einhergehen mit der Weiterentwicklung des Rechtssystems. Um der berufsständischen Sorgfaltspflicht und dem professionellen Kompetenzanspruch bei der Durchführung privater Ermittlungen zu entsprechen ist es erforderlich, kontinuierlich die Entscheidungsgründe der Gerichte zu verfolgen und die relevanten fachlichen Erkenntnisse zu entnehmen.

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Meeting
REGIONALES

Arbeitstreffen der BUDEG Regionalgruppe WEST

Während des zweiten Arbeitstreffens der Regionalgruppe WEST in Solingen gab es einen Rückblick auf das gelungene und inhaltsreiche Fachseminar und die BUDEG Hauptversammlung in Köln sowie einen ersten Ausblick auf die Planung der 66. BUDEG Hauptversammlung, die vom 17. – 19. April 2026 in Bremen stattfindet.

Als fachlichen Schwerpunkt diskutierte die Regionalgruppe das Thema „Datenschutz in Ermittlungsberichten“ und Rechtsanwalt Jochem Pitz (RAe HSH, Köln) erörterte die Fallstricke im Fernabsatzgesetz.

Der Termin für das nächste Meeting der Regionalgruppe WEST ist bereits anvisiert: Ende Oktober 2025 in Köln.

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